26. September 2016: Weibsbilder

24. April 2015 in Einzelprojekte

Noch sind sie nicht zu Ende diskutiert, die Themen Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dass Frauen überhaupt ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben führen können, ist in eine Entwicklung der jüngeren Geschichte, wird aber zumindest in der westlichen Kultur als wesentlich für das Gerechtigkeitsempfinden angesehen. Doch bereits in vergangenen Jahrhunderten hat es bemerkenswerte Frauenbiografien gegeben.

Das Projekt »Weibsbilder« porträtiert auf sieben Triptychen in der Konstanzer Innenstadt außergewöhnliche Frauen, die während der Konzilszeit in Europa gelebt haben. Beim Öffnen der Triptychen besteht die Möglichkeit, via QR-Code auf eine eigens eingerichtete Website zu gelangen und sich dort über eine Audiodatei die bewegten Lebensgeschichten der Damen erzählen zu lassen. Passanten haben bis zum 2. Dezember Gelegenheit, im Rathaushof, beim Münster, auf der Marktstätte und im Stadtgarten folgende Figuren des Mittelalters näher kennenzulernen: Den realen Personen Christine de Pisan, Barbara von Cilli, Birgitta von Schweden, Fida Pfister und Jeanne d’Arc ist je ein Triptychon gewidmet, hinzu kommen die literarische Figur der »Imperia« sowie einige fingierte Hofdamen. Sie bringen dem Betrachter nicht nur ihr eigenes Leben, sondern die Lebensumstände von Frauen im Mittelalter allgemein näher.

Und auch diese beiden Macherinnen haben jede Menge Durchhaltevermögen bei der Umsetzung der »Weibsbilder« bewiesen: Architekturstudentin Daniela Borgogno und Design-Absolventin Fabienne Soller haben im interdisziplinären Projekt bereits 2014 das Konzept und einen Prototypen für die »Weibsbilder« entwickelt. Über zwei Jahre blieben sie am Ball. Von Anfang an betreut hat die Arbeit Eberhard Schlag, der als Professor das Lehrgebiet »Design und Raum« an der Hochschule vertritt.

Die Umsetzung hat Gewicht: Sieben großformatige Holz-Triptychen wurden in der Schreinerei der HTWG angefertigt und dann extern mit den Porträts der Damen bedruckt. Mit Unterstützung von Historikerinnen der Universität sind sieben Kurzbiografien der Porträtierten entstanden und im Tonstudio der HTWG eingesprochen worden. Wichtig ist den Macherinnen, mit ihrer Ausstellung nicht nur einzelne Persönlichkeiten vorzustellen: »Wir wollen den Betrachtern auch die Lebensumstände mittelalterlicher Frauen im Allgemeinen nahebringen«.

Studentinnen:
Daniela Borgogno
Fabienne Soller

Betreuender Professor:
Eberhard Schlag

Vernissage:
Montag, 26. September 2016, 19 Uhr, Hinterer Rathaushof, Kanzleistr. 13/15