Entwurf: »Der Raum der sieben Wahrheiten«

24. April 2015 in Einzelprojekte

Die Einschränkung der persönlichen Freiheit ist die wohl evidenteste Form der Ungerechtigkeit.
Der »Raum der sieben Wahrheiten« inszeniert in einer siebeneckigen Blackbox Fakten der Freiheits-
beraubung in einer rein typografischen Form. Information wird so auf neue, innovative Art mit Hilfe
einer interaktiven Beamerprojektionen vermittelt, die erst durch den Besucher gestartet wird.

Denn auf dem Boden sind sieben Fragen formuliert:
Wie vielen Menschen wurde heute der Zugang zu Bildung verweigert?
Wie viele Menschen sind heute durch Waffengewalt gestorben?
Wie viele Menschen mussten heute aus ihrer Heimat fliehen?
Wie viele Menschen sind heute verhungert?
Wie viele Menschen durften heute ihre Meinung nicht frei äußern?
Wie viele Frauen wurden heute zwangsverheiratet?
Wie viele Frauen wurden heute vergewaltigt.

Beim »Betreten« einer Frage wird die entsprechende Zahl über Beamer im Raum inszeniert. Die scheinbar
nüchternste aller Informationsebenen, die numerische, wird dadurch zum Ausgangspunkt einer ästhetischen
Erfahrung, die den Besucher überwältigt und zum Nachdenken anregt.

Die Rauminstallation zeigt, wie modernste Technik dazu genutzt werden kann, schwer greif- und begreifbare
Informationen für den Betrachter in ihrer Dimension erfahrbar zu machen. Fakten werden nicht wie ansonsten
üblich als Text dargestellt oder beispielhaft im Bild gezeigt, sondern dreidimensional im Zusammenspiel
von Schrift, Licht, Raumwirkung und Klang in der Blackbox präsentiert. Der Betrachter kann so nicht
zurücktreten und Distanz nehmen.

Studentin:
Gisela Günther

Betreuende Dozentin:
Dipl.-Des. Barbara Füßinger

Das Projekt konnte aus Kostengründen nicht umgesetzt werden.